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Skiservice - Manuell

Guter Skiservice zu Saisonbeginn ist Gold wert!

Pulverschnee und blauer Himmel! Das ist`s, wovon Skifahrer den Sommer über träumen. Doch während der Sportler den Start in die Wintersaison kaum erwarten kann, sind die Bretter noch vom letzten Winter gezeichnet: Abgenutzte, rostige Kanten und spröde Laufflächen verderben den Winter-spaß. Deshalb brauchen Skier vor dem Start in die Saison den richtigen Skiservice, den jeder mit etwas Geschick auch selbst machen kann.

Eine gut gepflegte, funktionsfähige Skiausrüstung ist Voraussetzung für Spaß und Erfolg auf der Piste. Gerade zum Saisonbeginn sollte daher jeder Skifahrer seine Ausrüstung einem prüfenden Blick unterziehen. Haben Steinschläge und aggressiver, grobkörniger Schnee den Skiern in der letzten Saison zugesetzt? Die richtige Pflege von Belag und Kante sorgt für eine bessere Kontrolle über den Ski und garantiert damit ein Plus an Fahr-freude und Sicherheit. Ganz nebenbei dient die Pflege auch der Werterhaltung!

Kluge Köpfe haben am Ende der Saison vorausgedacht und ihren Skiern vor dem verdienten Sommerschlaf einen Skiservice inklusive einer Schicht Carewachs gegönnt. Sie können sich am Saisonanfang einen großen Teil der Arbeit sparen und müssen nur das Carewachs abziehen, den Ski säubern und neu wachsen.

Wer seine Ski zum Saisonbeginn in Schuß bringt, sollte ihn zuerst reinigen, um Verschmutzungen und Wachsreste zu entfernen. Dazu eignen sich spezielle Reinigungsmittel und Wachsentferner, die man auf ein Vliestuch aufträgt.


"Spurenbeseitigung" an  
  Belag und Kante

Kratzer und Risse im Belag werden mit Streifen aus geschmolzenem Polyethylen - Folitstrips genannt - ausgebessert: Einfach den angezündeten Strip in die schadhaften Stellen eingießen. Nach Abkühlung der Reparaturmasse mit einer Metall-Abziehklinge oder mit einer Karosseriefeile überstehendes Material entfernen.

Ausgeglühte Kanten und grobe Kerben werden zunächst mit einem Grat-hobel (Oxydstein) vorbehandelt, um die Kante in einen durchgängig schleifbaren Zustand zu bringen. "Bei bereits mehrfach nachgeschliffenen Kanten sollte zudem von Zeit zu Zeit die Seitenwange mit einem Seitenwangenabzieher abgezogen werden (siehe Bild 2). Das ermöglicht einen optimalen Winkel für den Kantenschliff", so der Ratschlag von Franz Nemeth, dem Entwicklungs- und Rennchef beim renommierten Skiwachshersteller HOLMENKOL. Anschließend schleift man den vorderen und hinteren Teil (je ca. 5-10 cm) der Kanten auf der Laufflächenseite leicht hängend (0,5-1°) ab. "Die "hängende" Kante erhöht die Drehfreudigkeit des Skis und vermeidet das gefährliche Verkanten", macht Franz Nemeth weiter deutlich.

Zum eigentlichen Schleifen (Hinter-schleifen der Kante auf der ganzen Länge) spannt man den Ski hochkant im Skispanner ein. Mit einem verstellbaren Kantenschleifgerät oder einem Aluwinkel mit Feile wird die Kante auf 89-88° hinterschliffen. Je nach Fahrkönnen und Disziplin sind bis 86° möglich. Bei allen Schleifarbeiten sollte man immer zum Körper hin schleifen, um sich nicht an der frisch geschliffenen Kante zu verletzen. Wer seine Skier häufiger präpariert, kann durch den Einsatz eines elektrischen Schleifgerätes den Zeitaufwand von rund 30 Minuten auf ca. fünf Minuten verkürzen (siehe Bild 3). Nach dem Schleifen sollte die Kante auf der ganzen Länge mit einem Arkansasstein bzw. mit einer Diamantfeile geglättet bzw. ‚gefinisht' werden. Damit die Kante zwar scharf, aber nicht schneidend ist, sollte zum Abschluss im vorderen und im hinteren Bereich noch mit einem Schleifgummi der Schleifgrat entfernt werden.


Wachsen verbessert die Gleiteigenschaften und schützt

Nach der Vorbearbeitung von Kante und Belag, erfolgt der Wachsauftrag. Skiwachs macht den Belag geschmeidig und belastbar. Es verbessert die wasserabweisenden Eigenschaften und damit die Gleitfähigkeit des Skibelages. Die Wahl des richtigen Wachses hängt von Schneetemperatur, Schneefeuchte und Schneeart ab. Vor dem Wachsen empfiehlt es sich, mit einem groben Ski-Pad oder einer Messing-/Bronzebürste den Belag etwas aufzurauen, damit das nachfolgende Wachs besser in die Belagsoberfläche eindringen kann.

Nach der Vorbearbeitung von Kante und Belag, erfolgt der Wachsauftrag. Skiwachs macht den Belag geschmeidig und belastbar. Es verbessert die wasserabweisenden Eigenschaften und damit die Gleitfähigkeit des Skibelages. Die Wahl des richtigen Wachses hängt von Schneetemperatur, Schneefeuchte und Schneeart ab. Vor dem Wachsen empfiehlt es sich, mit einem groben Ski-Pad oder einer Messing-/Bronzebürste den Belag etwas aufzurauen, damit das nachfolgende Wachs besser in die Belagsoberfläche eindringen kann.

Die ausgewählte Wachsmischung wird mit Hilfe einen Wachs-Bügeleisens - das Temperaturschwankungen vermeidet - großzügig auf den Belag aufgetropft und eingebügelt. Weicheres Wachs sollte mit 105-125° eingebügelt werden, während härteres Wachs bei 125-145° am besten in den Belag eindringt. Achtung: Temperaturen über 150° können teilweise zu irreparablen Belagsschäden führen! Der Einsatz eines Wax-Fleece beim Bügeln vermindert diese Gefahr und sorgt für gleichmäßigen Wachsauftrag. Nach dem Abkühlen wird das überschüssige Wachs mit einer Abziehklinge weggeschabt. Auch Kanten sollten von Wachsresten befreit werden.


Zum Schluss: Politur und Finish

Das anschließende Ausbürsten legt die Struktur des Belages wieder frei. Damit ist der eigentliche Wachsvorgang optimal abgeschlossen. Für den Renneinsatz empfiehlt es sich, zusätzlich Fluor-Hybridprodukte einzusetzen. Flurohybride gibt es als Pulver, Paste oder Stick. Sie optimieren die schmutz- und wasserabweisende Eigenschaft der Wachsschicht zusätzlich, und sorgen somit für beste Beschleunigung und für Höchstgeschwindigkeiten auf der gesamten Strecke! Je nach Produktart werden die Fluor-Hybridprodukte entweder kalt mit einem Korken eingerieben oder mit einem Schwamm aufgetragen. Danach gut ausbürsten und polieren. Während die Nylonbürste bei grobem, nassem Schnee verwendet werden sollte, erzielt man mit der Rosshaarbürste beste Ergebnisse bei kaltem, feinem Schnee.

Wer den Skiservice wie beschrieben konsequent durchführt, wird mit einem erstklassigen Gleit- und Fahrvergnügen reichlich belohnt. Je nach Aggressivität des Schnees sollte der Ski alle zwei bis drei Skitage mit Heißwachs gepflegt werden. "Selbst ein optimal präparierter Ski verliert im Laufe eines Skitages 30 bis 40 Prozent seiner Gleiteigenschaften", erklärt Franz Nemeth. "Skier können gar nicht oft genug gewachst werden! Je öfter ein Ski gewachst wird, desto besser seine Gleiteigenschaften."

Ein guter Ski benötigt also den regelmäßigen Service, der pro Saison auch den ein- oder zweimaligen Profi-Check (mit Erneuerung der Belagsstruktur) beim Sportfachhandel beinhalten sollte. Dort werden inzwischen auch spezielle Seminare zum Thema Skipräparierung angeboten.

Franz Nemeth, HOLMENKOL



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